It’s me Niki

“Als ich vor ca 10 Jahren mit der Arbeit im Medienzirkus anfing, hatte ich noch das Bedürfnis, zu gefallen. Ich habe dann ziemlich schnell gelernt, dass das zwar eine schöne Bestätigung ist, aber am Ende kam es nie darauf an, was alle anderen sagen, sondern darauf, dass ich selber hinter meiner Arbeit stehen kann. Da ich alle die Bereiche, in denen ich mich bewege – von Produktion über Kamera, Schnitt und Drehbuch bis hin zur Regie – nie studiert habe, habe ich früher oft an meiner Kompetenz gezweifelt. Heute weiss ich, dass diese Defizite mir Wege und Lösungen ermöglicht haben, abseits von allen Konventionen oder “Regeln”, die an Filmschulen vermittelt werden. Mittlerweile hat sich in meinen Arbeiten ein Stil manifestiert, der zu mir gehört, der einfach passiert, ohne dass ich ihn plane oder darüber nachdenke.

Es ist meine ganz persönliche Erfahrung, dass “Gegen den Strom schwimmen” kein Selbstzweck ist. es gibt durchaus  Bereiche, vor allem im Sozialen und Politischen, wo das eine schwierige, mutige Notwendigkeit ist, aber in der Kunst ist es nicht mein Weg oder mein Ansatz für Kreativität.

Ich will nicht festgelegt sein, in der Richtung, die ich gehe. In der Kunst gegen den Strom zu schwimmen ist genauso leicht und genauso passiv, wie mit dem Strom zu schwimmen, da die Richtung so oder so bereits vorgegeben ist. Die Herausforderung besteht doch darin, der eigene Fluss zu sein. Und wenn ich es schaffe aus der Quelle meiner Kreativität heraus meine künstlerische Individualität zu erzeugen, dann existiere ich unabhängig von der Masse und brauche auch nicht deren Wohlwollen als Vehikel und als Legitimation.

Wenn ich arbeite bin ich nicht nur eine Dienstleisterin. Ich bin zuerst ich. Meine Persönlichkeit hat direkte Wirkung auf das, was ich drehe, schneide, schreibe, produziere, inszeniere. Und das soll auch so sein. Ich bin kein stummes Chamäleon, die, die mit mir arbeiten, wissen das zu schätzen.

Und was ich immer schon der Welt mitteilen wollte:

Meine Leidenschaft ist die Musik; mein Thema ist Schwarz/Weiss/Hautfarbe; meine Philosophie ist: alles ist für irgendetwas gut; mein Gott ist Energie; der Sinn meines Lebens ist zu leben; mein Lieblingsessen ist Alloco (fritierte Kochbananen); mein Ziel ist, Gefühle zu erzeugen; mein Hobby ist, Menschen zu beobachten und U-bahn Gespräche zu belauschen; wenn ich einen Wunsch frei hätte, wünschte ich mir ein grenzenloses Herz und wenn ich noch einen zweiten Wunsch frei hätte: ein Leben ohne Kontaktlinsen und Brille; mein Dämon war eine Essstörung; meine Zukunft wird alles nur nie langweilig;”

Niki Drakos

Niki Drakos lebt in Berlin und arbeitet als Autorin, Kamerafrau, Cutterin, Produzentin und Regisseurin.

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