Wiedersehen macht Freude

Das waren bisher schöne, anregende, spannende Stories. Wir sind mal kurz weg … Bis bald :)

It’s me Jasna

“Wenn Frankfurt mich etwas gelehrt hat, dann ist dies anzuecken ohne anecken zu wollen. So viele verschiede Kulturen, somit Überzeugungen, Meinungen, Auffassungen, Hintergründe, Religionen konzentriert … jeder versucht sich zu integrieren, akzeptiert zu werden, möchte gleichzeitig seine Traditionen wahren und praktizieren, versuchen das Fremde in das eigene zu integrieren, jeder möchte etwas erreichen, erfolgreich sein. Bei so viel “Vielfalt” ist das Anecken demnach Tagesprogramm und dabei verbindet einen immer eins und zwar der Stolz auf die eigene Stadt. Meine Stadt lehrte mich Offenheit, Multikulturalität, meine Freunde und Familie lehrten mich Vorurteilslosigkeit.

Freiheit und Gleichheit für jeden, für “hates” habe ich leider keinen Platz, weder im Kopf, dem Herzen noch erst recht in der Seele.

Ich liebe Mode, es erfüllt mich. Ich ziehe etwas an, nicht nur weil es mir gefällt sondern, weil ich einfach nicht anders kann. Jeder kennt dieses Gefühl von etwas überzeugt zu sein, etwas zu wollen, es auszuführen, etwas zu tun das einen unendlich glücklich macht oder machen könnte, eben etwas unbeschreiblich erfüllendes, ja genau so würde ich es beschreiben.

Sei mit dir selbst im Reinen.

Ich drücke mich für mich aus und diese Freiheit wünsche ich jedem einzelnen.”

Jasna Mehmedovic

Jasna Mehmedovic ist Studentin.

It’s me Niki

“Als ich vor ca 10 Jahren mit der Arbeit im Medienzirkus anfing, hatte ich noch das Bedürfnis, zu gefallen. Ich habe dann ziemlich schnell gelernt, dass das zwar eine schöne Bestätigung ist, aber am Ende kam es nie darauf an, was alle anderen sagen, sondern darauf, dass ich selber hinter meiner Arbeit stehen kann. Da ich alle die Bereiche, in denen ich mich bewege – von Produktion über Kamera, Schnitt und Drehbuch bis hin zur Regie – nie studiert habe, habe ich früher oft an meiner Kompetenz gezweifelt. Heute weiss ich, dass diese Defizite mir Wege und Lösungen ermöglicht haben, abseits von allen Konventionen oder “Regeln”, die an Filmschulen vermittelt werden. Mittlerweile hat sich in meinen Arbeiten ein Stil manifestiert, der zu mir gehört, der einfach passiert, ohne dass ich ihn plane oder darüber nachdenke.

Es ist meine ganz persönliche Erfahrung, dass “Gegen den Strom schwimmen” kein Selbstzweck ist. es gibt durchaus  Bereiche, vor allem im Sozialen und Politischen, wo das eine schwierige, mutige Notwendigkeit ist, aber in der Kunst ist es nicht mein Weg oder mein Ansatz für Kreativität.

Ich will nicht festgelegt sein, in der Richtung, die ich gehe. In der Kunst gegen den Strom zu schwimmen ist genauso leicht und genauso passiv, wie mit dem Strom zu schwimmen, da die Richtung so oder so bereits vorgegeben ist. Die Herausforderung besteht doch darin, der eigene Fluss zu sein. Und wenn ich es schaffe aus der Quelle meiner Kreativität heraus meine künstlerische Individualität zu erzeugen, dann existiere ich unabhängig von der Masse und brauche auch nicht deren Wohlwollen als Vehikel und als Legitimation.

Wenn ich arbeite bin ich nicht nur eine Dienstleisterin. Ich bin zuerst ich. Meine Persönlichkeit hat direkte Wirkung auf das, was ich drehe, schneide, schreibe, produziere, inszeniere. Und das soll auch so sein. Ich bin kein stummes Chamäleon, die, die mit mir arbeiten, wissen das zu schätzen.

Und was ich immer schon der Welt mitteilen wollte:

Meine Leidenschaft ist die Musik; mein Thema ist Schwarz/Weiss/Hautfarbe; meine Philosophie ist: alles ist für irgendetwas gut; mein Gott ist Energie; der Sinn meines Lebens ist zu leben; mein Lieblingsessen ist Alloco (fritierte Kochbananen); mein Ziel ist, Gefühle zu erzeugen; mein Hobby ist, Menschen zu beobachten und U-bahn Gespräche zu belauschen; wenn ich einen Wunsch frei hätte, wünschte ich mir ein grenzenloses Herz und wenn ich noch einen zweiten Wunsch frei hätte: ein Leben ohne Kontaktlinsen und Brille; mein Dämon war eine Essstörung; meine Zukunft wird alles nur nie langweilig;”

Niki Drakos

Niki Drakos lebt in Berlin und arbeitet als Autorin, Kamerafrau, Cutterin, Produzentin und Regisseurin.

It’s me Kim

Viele Menschen haben mich in meinem kurzen Leben geformt, ich habe aber trotz alledem immer auf mein Herz gehört, auch wenn es nicht immer einfach war. Mal tat es weh mal empfing es Freude und Liebe. Egal wie es sich anfühlte und es sich noch anfühlen wird, denke ich das ich auf dem richtigen Weg bin ihm zufolgen und darauf zu vertrauen. Live is real. Arschbacken zusammenkneifen und durch!

Kim Schreibweis

Kim Schreibweis ist Make-up Artist.

It’s me Dalila

“Im Prinzip will ich so sein wie alle Anderen. Anecken ist ein undankbarer Kampf den man nie gewinnen wird und der zu viel Energie kostet. Man will nur mit dem anecken was man gut kann, mit den Dingen für die man glaubt bewundert, beneidet, geschätzt oder respektiert zu werden. Und dann ist anecken wieder ok.  Aber manche von uns ecken von Natur aus an. wir suchen uns dann unsere Leute danach aus um das Einzelgänger-dasein zu vermeiden aber nicht zu letzt um von anderen “Aneckern” inspiriert zu werden. und so machen wir “Anecker” gemeinsam weiter unser Ding.

Klar, ich will mit meiner Arbeit die weiße Mehrheitsgesellschaft provozieren, aufrütteln und vor allem will ich sie bloßstellen. Und zwar alle! Aber das mache ich nicht um gegen den Strom zu schwimmen, sondern weil es Spaß macht und verdammt nötig ist.

Also ich bin eine Afro-britische deutsche Frau mit Eltern aus der Karibik und islamischem Namen. Ich bin nicht jedermanns Sache aber It´s me, take it or i´ll make u love it! Ich bin auf einer Mission und ich lasse niemanden unbekehrt zurück! Klar mach ich weiter mein Ding auch wenn ich nicht verstanden werde aber gerade auf die, die nicht verstehen, komme ich zurück. die sind doch der größte Spaß!!!

Trag Sonne Im Herzen.”

Dalila Abd’allah

Dalila Abd’allah ist Kabarettistin.

It’s me Sebastian

“It’s me, love it or … go somewhere else!

Musik soll gefallen und anecken zugleich, sonst regt sie weder zum Nachdenken an, noch entwickelt sie sich weiter.

Anecken kann man gerade als DJ auf verschiedene Art und Weise. Beim Einen weil man nicht den aktuellen Hit aus der Heavy Rotation im Repertoire hat und beim Anderen weil man Platten spielt die schon über einen Monat veröffentlicht und in den Charts anderer Bekannter DJ’s sind. Genau eine Platte, die nicht in den Rest des Sets passt, kann den Abend unvergesslich machen. Sie kann jedoch auch dazu führen spontan alle Gäste in den Raucherbereich zu schicken. Für mich ist es also wichtig die Leute zu packen und sie Tanzen zu lassen…so merken sie gar nicht, dass sie gerade an die Grenzen ihres eigenen Musikgeschmacks kommen oder diese Grenze bereits meilenweit überschritten haben.

Bewusst gegen den Strom schwimmen war noch nie mein Ding, wirkt aufgesetzt und meist sind diejenigen, die gegen den Strom zu schwimmen vorgeben, damit beschäftigt sich zu viele Gedanken zu machen was die anderen wohl jetzt von ihnen denken. Am besten bin ich daher bis jetzt damit gefahren, zu machen was ich fühle. Mein musikalischer Wechsel vom Hip Hop DJ zum House DJ hat auf beiden Seiten für viel Stirnrunzeln gesorgt, gerade weil viele die Entwicklung nicht mitbekommen haben und einen plötzlichen Wechsel nicht ernst genommen haben.

Mit der Zeit hat sich jedoch gezeigt, dass man respektiert wird wenn man hinter dem steht was man macht und genau das ist meine Lebenseinstellung … sei du selbst, der Rest passiert von alleine.”

Sebastian Lutz

Sebastian Lutz lebt in Frankfurt und ist DJ, Veranstalter und Labelbetreiber.

It’s me Daniel

“In der Vergangenheit wollte ich es immer allen recht machen, dachte immer genauestens nach wie ich rüber komme, was die Leute von mir halten und wie ich mich am besten verbiegen könnte. Dann kam plötzlich der Zeitpunkt wo ich mir dachte, das bin ich doch gar nicht! Der Typ der ich wirklich bin kommt gar nicht ans Tageslicht. In den folgenden Jahren wurde ich erst wirklich zu dem was ich immer sein wollte! Ich Spiel jetzt keinen Fremden mehr, ich bin jetzt Ich, oder zumindest auf dem Weg dorthin!

Ich schätze es liegt an
meinen Ideen,
meiner Fantasie,
meines Humors,
meiner Kreativität,
meinem Modegeschmack,
meiner Art das Leben zu leben das Leute denken der Typ schwimmt gegen den Strom!
Im Prinzip passierts unbewusst. Gegen den Strom schwimmen, sieht man auch deutlich an meinen Tee’s, ich will mit meinen Motiven immer versuchen eine Geschichte zu vermitteln! Keine zusammen gewürfelten Designelemente. Ich überlege mir ein Thema und versuche das gestalterisch umzusetzen, mit kleinen Symbolen und Bildsprache! Dazu benutze ich nur fair gehandelte Textilien, was natürlich wieder mit meinem Lebensmotto “Karma” zusammenhängt! Mode ist für mich in gewisser Weise eine Art der Verkleidung, ich kombiniere Kleidungsstücke, ich lege Wert auf Einzigartigkeit auch wenn das manchmal viel Mut kostet und ich mir den auch öfters mal durch Alkohol einflöße um nicht zerbrechlich und unsicher zu wirken! Denn wenn man ins Kino geht und die Leute einen komisch anschaun nur weil man im Sommer ne Ramazotti Wollmütze auf hat dann is das nicht das Einfachste von der Welt! :D

Alles in allem bin ich immer noch auf dem Weg, ich entwickle mich weiter. Mein Ziel ist das vollkommene Ich, das mag jetzt egoistisch klingen doch Arroganz und Egoismus liegen nicht in meiner Natur.

It’s me, love it or … get out of my way!”

Daniel Knußmann

Daniel Knußmann ist der Macher von dem T-Shirt Label Woofus.

It’s me Michael

“Anecken? Das braucht es ja kaum noch, wir leben doch in unserer Generation schon in einer Zeit, in der wir gemeinsam vieles gut, schön & innovativ erleben … ich finde man kann mit eigener Meinung und einer souveränen Haltung noch schön was bewirken und gewiß auch verändern. Man muß es nur wagen!

Ich bewege mich in der Kunstwelt, da sind Kehrtwendungen immer gerne gesehen, ja gefordert! Gegen den Strom kann ja auch visionär sein. Ich wohne anders als die Anderen und lebe gewiss auch ein privilegiertes Leben – anders als viele Menschen – ist das aber gegen den Strom? Was ist denn der Strom? Ich bin ratlos und ziehe bei 36 Grad trotzdem weiterhin Prada schwarz an :-)

Love me or leave? Nina Simone oder? – Meine bisherigen Ehemänner sind an diesem Thema immer gescheitert. Ich bin ein Macho und kann mich nicht unterordnen, daran beißen sich die Buben immer die Zähne aus. Aber der Richtige ist im Anmarsch, der wird das schon schaffen! “Say, love me or leave me and let me be lonely you won´t believe me but I only love you I´d rather be lonely than happy with somebody else…”

Michael Neff

Michael Neff ist Kunstberater und Händler in Frankfurt & Berlin.

It’s me Lukas

“Anecken ist oft ein Nebenbefund ehrlicher Kommunikation. Ich bemerke immer wieder, dass durch Ehrlichkeit viele gute Leute gerne mit mir zusammenarbeiten. Gerade weil ich sage was ich denke und damit natürlich auch anecke. Da wird ein Thema natürlich länger ausdiskutiert und es gibt nicht selten Krieg, aber dafür entstehen so die besten Konzepte, das schönste Foto oder das fetteste DJ-Set. Bewusst gegen den Strom schwimmen tue ich eigentlich nicht, das passiert automatisch, wenn ich Sachen mache, die ich für richtig halte und damit halt auch mal alleine dastehe. Ob man damit gegen den Strom schwimmt, bekommt man ja erst nachher mit. Denn bewusst eine Anti-Haltung einzunehmen, nur um ein “Anecken” zu provozieren, ist meiner Meinung nach nur die Folge eines Aufmerksamkeitsdefizites, was mit der Sache selber nichts mehr zu tun hat.

“It´s me, love it or …” sage ich gerne zu meiner Freundin, wenn ich zu faul bin, an mir etwas zu ändern
:-). Grundsätzlich stehe ich schon hinter diesem Satz, aber genauso wie man sein Ding durchziehen sollte, sollte man auch kritikfähig sein.”

Lukas Altmann

Lukas Altmann ist DJ, Fotograf und Veranstalter von “Vodka und Wasser”.

It’s me Christian

“Etwas zu tun, nur um des Aneckens willen ist mir zu platt und zu pubertär. Irgendwie werden ja auch Berufsjugendliche mal ein wenig erwachsen.

Sein Ding machen macht eben glücklich(er) und es wird immer Leute geben, die anders leben und das nicht verstehen/wollen und oder einem die Art zu leben, den Spaß am Leben missgönnen. Ich will morgens mit ‘nem Lächeln aufwachen und abends mit einem einschlafen. Glück ist nicht das was sich auf meinem Bankkonto wider spiegelt, sondern ein Prozess, eine klare Entscheidung – zu wissen, dass man versucht, die Dinge zu tun die man liebt. Das heisst gleichzeitig auch viele Kompromisse -auch mit sich selbst – einzugehen und zurück zu stecken. Aber eben mit dem klaren Ziel vor Augen – zu tun was man liebt.

Wenn ich mir zu viele Gedanken machen würde, was denn die Anderen so von dem halten  was ich so fabriziere – dann wäre ich permanent gelähmt. Es geht ja zum Glück nicht darum, Gefallsucht zu bedienen. Dann stünde man sich selbst im Weg und könnte sich nicht weiter entwickeln. Und, wer bitte legt fest, was “mit dem/gegen den Strom” ist?

Keine halben Sachen!”

Christian Rothenhagen

Christian Rothenhagen ist Grafikdesigner und Illustrator.